Börse
Vielen ist die Börse als Ort bekannt, an dem Gier und Angst regieren, an dem man
binnen kürzester Zeit zu Reichtum kommen kann oder sein gesamtes Vermögen
verliert. Tatsächlich ist die Börse bei einem Großteil der Gesellschaft mit negativen
Aspekten behaftet. Was aber geschieht wirklich an der Börse und in welchen
Bereichen arbeitet eine Börse?
Seit es den Menschen gibt, gibt es auch den Handel. Schon in grauer Vorzeit gab es
Märkte und Bazare, an denen die Menschen Waren kauften und verkauften. Die
Börse kann als ein moderner Handelsplatz verstanden werden, an dem Händler Ihre
Angebote verkaufen oder neue Angebote erwerben. Genau wie auf dem
Wochenmarkt werden dabei die Angebote und deren Qualität verglichen. Günstige
Angebote versuchen Käufer zu locken, diese wiederum sind auf möglichst günstige
Konditionen aus. Generell gilt, dass die Preise mit steigender Nachfrage in die Höhe
schnellen, bei sinkender Nachfrage kann der Kurs rapide in den Keller fallen. Die
verschiedenen Kauf- und Verkaufsangebote werden an der Börse über einen
Vermittler, den so genannten Makler, verglichen und zusammengefügt, der dafür
sorgt, dass der Handel zu den vorher definierten Regeln abläuft. Grundsätzlich muss
man zwischen verschiedenen Börsen-Typen unterscheiden.
In der Aktienbörse dreht sich der Handel ausschließlich um Aktien bzw.
Anteilsscheine einer Aktiengesellschaft. Alle Anleger haben die Möglichkeit, über
ihren Börsenplatz ihre Anteile an Aktiengesellschaften in Geld umzuwandeln oder
durch den Kauf von Aktien Anteile einer Aktiengesellschaft zu erlangen. Wurden
früher Aktien und Anteilsscheine als Papiere übergeben, so laufen die Transaktionen
heute nur noch auf Computerbasis. Die jeweilige Börse stellt genaue Regeln auf,
nach welchen Kriterien Käufe und Verkäufe ablaufen müssen und kann sich je nach
Börse unterscheiden. In der Rentenbörse werden statt Aktien festverzinsliche
Wertpapiere gehandelt. In der Regel handelt es sich um Anleihen, wie
Bundesanleihen, Bundesobligationen, Anleihen von Bundesländern, Kommunen oder
Unternehmen. In der Warenbörse werden keine Wertpapiere wie Aktien oder Renten
gehandelt, sondern natürliche Waren wie Öl, Metalle, Holz oder Nahrungsmittel aller
Art. Die Warenbörse ist den Großhändlern und Produzenten vorbehalten,
Kleinanleger sind hier nicht zu finden. Die Terminbörse dient zum Handel mit Futures
und Optionen. Optionen sind Finanzinstrumente, die dem Käufer bzw. dem Verkäufer
das Recht geben, einen Basiswert zu einem vorher festgelegten Preis zu kaufen oder
verkaufen. Der Zeitpunkt des Geschäftsabschlusses ist dabei beliebig. Die Lieferung
des entsprechenden Basiswertes kann während der Laufzeit oder am Ende erfolgen.
Optionen gibt es in verschiedenen Bereichen und können beispielsweise Aktien,
Renten, Waren oder Devisen sein. Die Futures sind den Optionen recht ähnlich. Im
Vergleich zur Option verpflichten sich Käufer und Verkäufer, den entsprechenden
Basiswert zum festgelegten Preis am Ende der Laufzeit zu kaufen oder zu verkaufen.
Eine weitere Form der Börse ist der Devisenmarkt. Der Devisenhandel findet von
Montag bis Freitag rund um die Uhr und international statt. Anders als die genannten
Börsenformen verfügt der Devisenmarkt über keinen besonderen Handelsort,
sondern geschieht direkt über das Internet zwischen den einzelnen Devisenhändlern,
die weltweit operieren. Daher kennt diese Form der Börse auch keine geregelten
Öffnungszeiten, wie die Aktienbörse, die Rentenbörse, die Warenbörse oder die
Terminbörse.