Kollektivvertrag

 

Ein Kollektivvertrag ist ein zwischen einer Interessenvertretung der Arbeitgeberseite und einer der Arbeitnehmerseite geschlossener Vertrag in Österreich. Er ist jeweils für eine gesamte Branche gültig und wird von den verschiedenen Kollektivvertragspartnern abgeschlossen. Meist sind dies die Wirtschaftskammer und die Gewerkschaft in Vertretung der Arbeiter. In diesem Vertrag werden als Ergänzung zu den gesetzlichen Bestimmungen viele Schwerpunkte geregelt und verhandelt, die für alle verhandelnden Parteien rechtsgültig sind. Der Kollektivvertrag beinhaltet neben weiteren Details besonders die Regelung der Mindestlöhne und Gehälter, der Arbeitszeit und der Arbeitszeitverteilung der Mitarbeiter sowie Gründe, die für eine Dienstverhinderung gültig gemacht werden können. Zusätzlich werden Kündigungsfristen und Termine geklärt. Der Vorteil eines Kollektivvertrags besteht darin, dass damit sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber klare Bedingungen vorfinden können. Egal, in welchem Betrieb man innerhalb einer gewissen Branche arbeitet, der jeweilige Arbeitsvertrag darf keine schlechtere Stellung im Vergleich zu dem ausgehandelten Kollektivvertrag beinhalten. Wichtig ist eine ordentliche Kundmachung, es müssen sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer über den gültigen Kollektivvertrag informiert sein, daher ist dieser oft auch im Intranet nachzulesen. Verhandlungen über neue Kollektivverträge und Änderungen in bestimmten Branchen finden jährlich statt und dauern oftmals mehrere Wochen. Nach seinem Abschluss muss jeder Vertrag beim Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit aufgelegt werden und ist im Amtsblatt der Wiener Zeitung kundzutun.