Abzugsgeld (engl.: „escape fee“)

 

Früher war Abzugsgeld eine im Voraus in Bargeld zu entrichtende Abgabe für Bürger, die aus dem Verband einer Gemeinde bzw. einer Herrschaft wegzogen. Andere Namen für diese Abgabe sind Abfahrts-, Abschieds-, Abschoss-, Heb-, Loskauf-, Nachschoss-, Nachsteuer- und Permissionsgeld. Auf Lateinisch wird er auch „Census emigrationis“ bezeichnet. Soweit von Emigranten kein Abzugsgeld entrichtet wurde, machte man in vielen deutschen Territorialstaaten die Angehörigen für die Zahlung der entsprechenden Beträge haftbar. Zusätzlich war Abzugsgeld auch eine Zuwendung an Soldaten, die aus dem Heeresdienst ausschieden, und wurde deshalb auch Marschgeld genannt. Vergleiche hierzu auch die Artikel Annehmungsgeld, Anzugsgeld und Dienstgeld.