Abwertung (Wechselkurs)

 

Eine Abwertung wird in der Volkswirtschaftslehre als ein Rückgang des Außenpreises der Währung eines Landes relativ zum Außenpreis der Währung eine Vergleichslandes oder relativ zum gewichteten Außenpreis eines Währungskorbes definiert. Die Abwertung einer Währung fördert tendenziell die Exporte und verringert die Importe einer Volkswirtschaft. Durch die Abwertung der Inlandswährung werden die heimischen Exportgüter aus Sicht des Auslandes billiger und die ausländischen Importgüter aus Sicht des Inlandes teurer.

Beispiel:
1,00 US$ ist vor Abwertung des Euros zu 0,80 € zu erhalten. Nach Abwertung des Euros kostet 1,00 US$ beispielsweise 0,85 €. Bietet ein deutscher Exporteur seine Ware nun zu einem Preis von 80,00 € an, so kostet sie aus Sicht eines amerikanischen Importeurs nach der Abwertung des Euros statt 100,00 € jetzt nur noch 94,12 US$. Somit werden Exportwaren aus Sicht des ausländischen Importeurs billiger. Wäre diese Rechnung in Dollar fakturiert, so könnte der deutsche Exporteur nach der Abwertung mit einem höheren Eurobetrag rechnen, als er kalkuliert hat. Dadurch kann der deutsche Exporteur seine Exportpreise in Dollar senken. Kauft ein deutscher Importeur Ware zu einem Preis von 100,00 US$, wendet er dafür 78,00 € auf. Nach einer Abwertung des Euros müsste er jedoch einen höheren Eurobetrag aufwenden, um diese Rechnung zu begleichen. Folglich werden Importwaren aus Sicht des inländischen Importeurs teurer. Eine in Euro fakturierte Rechnung hätte für den deutschen Importeur keine Auswirkungen nach einer Abwertung des Dollars zufolge, jedoch für den ausländischen Exporteur, der jetzt zwar denselben Eurobetrag erhält wie bei Vertragsabschluss vereinbart, jedoch beim Umtausch dieses Betrages weniger Dollar erhält als er ursprünglich kalkuliert hatte. Die Konsequenz einer Abwertung ist also, dass das Inland für die gleiche Menge importierter Güter einen höheren Betrag an inländischer Währung bezahlen muss. Daraus entsteht eine Senkung der Importmenge und einer Erhöhung der Nachfrage im Inland nach inländischer Ware um den Güterbedarf unabhängig vom Wechselkurseffekt zu decken. Gleichzeitig müssen ausländische Exporteure einen geringeren Betrag ihrer Währung aufwenden, um die gleiche Warenmenge zu erhalten, was wiederum zu einem Anstieg der Exportmenge führt. Die Inlandsproduktion wird angekurbelt, wodurch mehr Waren verkauft bzw. exportiert werden können. Dadurch verbessert sich die Leistungsbilanz des Landes. Hinzu kommt kurzfristig noch der so genannte JKurven Effekt, d.h. da die Rechnungen überwiegend in der Währung des jeweiligen Lieferlandes fakturiert werden, verteuern sich, in Euro ausgedrückt, die Importe bei gleich bleibenden Euro- Exporterlösen. Daraus resultiert eine Verschlechterung der Leistungsbilanz. Erst wenn die Preislisten angepasst werden und diese Preisänderung über die jeweiligen Import- und Exportelastizitäten zu Nachfragereaktionen führen, steigen die Exporte, sodass die Leistungsbilanz verbessert wird. Der Begriff Abwertung wird mehrheitlich sowohl für Systeme fester Wechselkurse als auch flexibler Wechselkurse verwendet. In älteren Lehrbüchern wird jedoch zwischen den Bezeichnungen „Abwertung/Aufwertung“ für feste Wechselkurssysteme und „Währungsverbesserung/Währungsverschlechterung“ für flexible Wechselkurssysteme unterschieden. Liegen feste Wechselkurse vor, bestimmt die Währungsbehörde den Wert der Währung und verteidigt ihn gegebenenfalls durch Interventionen am Devisenmarkt. Somit sind diese Wechselkursänderungen wirtschaftspolitische Maßnahmen der Währungsbehörde, da sie die Währung aufund abwerten kann. Bei flexiblen Wechselkursen folgen spontane Wechselkursänderungen als Reaktion auf die sich ständig verändernden Marktbedingungen. Ist beispielsweise am Frankfurter Devisenmarkt der Dollar- Wechselkurs von 0,80 EUR/USD auf 0,77 EUR/USD gefallen, so spricht man von einer Verbesserung des Euros. Der Begriff Abwertung wird zum einen in reale Abwertung der Inlandsgüter unterteilt, bei der der Preis inländischer Güter relativ zu den Preisen ausländischer Güter zurückgeht, zum anderen in nominale Abwertung der inländischen Währung, bei der der Preis der inländischen Währung in Einheiten ausländischer Währung sinkt.