Aktien

 

Als Aktien bezeichnet man die verkäuflichen Anteile des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft (AG) oder Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Darüber hinaus versteht das deutsche Aktiengesetz (AktG) unter Aktien auch Wertpapiere, welche den nämlichen Anteil verbriefen. Die erste Aktie war die der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) im Jahre 1602. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts kaufte ein Aktionär noch Urkunden mit dem entsprechenden Nennwert, heute wird alles elektronisch in einem Bankdepot verwaltet. Jedes deutsche Unternehmen kann als eingetragene Aktiengesellschaft ihr Grundkapital in eine selbst gewählte Anzahl von Aktien aufteilen.

Die Schaffung neuer Aktien ist nur bei der Neugründung einer Aktiengesellschaft, bei der Transformation einer Gesellschaft mit einer bisher anderen Rechtsform in eine Aktiengesellschaft und bei der Ausgabe junger Aktien im Rahmen einer Kapitalerhöhung möglich. Jeder, der bereits ein Depot an der Börse eingerichtet hat, kann diese Aktien kaufen, um sich damit eine entsprechende Entscheidungsgewalt über die Firma zu verdienen.

Dabei bedeutet:

Je mehr Aktien gekauft werden, desto höher sind die Rechte an der Firma. So kann auch ein anderes Unternehmen gewisse Rechte über seine Konkurrenz gewinnen, was letztendlich auch zu einer Übernahme führen kann. Wer beispielsweise privat Aktien in Höhe von 100 Euro kauft, besitzt bei dem Unternehmen mit einem Grundkapital von 5000 Euro einen Anteil von 2%. Wer den größten Anteil an Aktien eines Gewerbes gegenüber allen anderen Aktionären besitzt, gilt als Hauptaktionär. Unter Umständen kann eben dieser sogar mehr Rechte über das Unternehmen besitzen als der Firmenvorstand. Ebenso hat er Teilnahme-, Rede-, Stimm-, Antragstellungs- und Anfechtungsrecht auf der Hauptversammlung bei Beschlüssen, die die Zukunft des Unternehmens betreffen.

Er hat ein Recht auf Anteil am Liquidationserlös sowie auf Auskunft über die Situation der Firma durch den Vorstand und Bezugsrecht junger Aktien. Bei einer positiven Bilanz einer Firma am Jahresende kann dem Aktionär über Dividendenausschüttungen Geld ausgezahlt werden oder in interne Anlagen investiert werden, um im kommenden Jahr eine eventuelle Wertsteigerung der Aktien zu verzeichnen. Von dieser Steigerung profitieren wiederum die Aktionäre, denn der eigentliche Gewinn wird mithilfe von Aktien nur erzielt, wenn die zu einem niedrigen Preis angebotenen Aktien gekauft und bei einem Konjunkturaufschwung wieder verkauft werden.

Das Handeln von Aktien ist auch außerbörslich gestattet (auch als OTC-Handel für „Over The Counter“ – „Über den Schalter“ bezeichnet), jedoch ist stets darauf zu achten, dass das Wertpapier per Gesetz nicht unter pari, also unter dem Nennwert verkauft werden darf. Im Regelfall wird ohnehin über pari verkauft. Um den Überblick über die derzeitige Wirtschaftslage nicht zu verlieren, hat ein Aktionär die Aufgabe, sich täglich, ja fast stündlich über die aktuellen Aktienindizes zu informieren. Der Verlust einer Aktie kann mitunter auch 100% betragen.

Um diesem Risiko, das viele Menschen vom Erwerb von Aktien abhält, vorzubeugen, gibt es die sichere Methode:

Fonds
Wer in einen Fonds investiert, kauft gleich eine oder mehrere Aktien verschiedener Unternehmen, sodass sich das Risiko, den kompletten Einsatz zu verlieren, gleich null ist. Umso geringer ist allerdings auch der Gewinn. Wer Aktien clever und bedacht kauft und dabei auf die momentane Konjunktur achtet, kann mit einer gezielten Anlage seinen Lebensunterhalt für einige Jahre verdienen.